Montag, 16. September 2013

Traumstart für die Dresdner Eislöwen!

Auch Meister Bietigheim scheitert am kleinen Kollektiv - Dresden verdient sich den Heimsieg mit Moral und Penaltystärke

Gestern folgte für die Dresdner Eislöwen nach dem furiosen Derbyerfolg bei den Lausitzer Füchsen das erste Heimspiel und mit Bietigheim war gleichmal kein geringerer als der amtierende Ligameister zu Gast.

Die Dresdner konnten vor 2.301 Fans in heimischer Halle bis auf Gosdeck alle Spieler des aktuellen Kaders einsetzen. Auch Max Prommersberger meldete sich nach seiner Kopfverletzung vom Derby wieder fit in der Abwehr der Hausherren. Die Eislöwen begannen vor den eigenen Fans mit einigem Schwung und guten Offensivaktionen, kassierten jedoch wie schon in Weißwasser nach 6 Minuten fast aus dem Nichts das 0:1. Ähnlich wie beim Derby stoppte dies das Spiel der Löwen kaum, doch mit zunehmender Spieldauer verdiente sich der Meister aus Bietigheim mit seinem kompakten und systemtreuen Spiel die Führung und ging auch mit dieser in die Drittelpause.

Im zweiten Drittel ging bei den Löwen nach gutem Start zunächst nichts mehr. Zu stark schien die Dominanz des Topkaders der Steelers. Darauf reagierte Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch mit einer wichtigen Auszeit, die zum einen für eine kurze Verschnaufpause sorgte und zum anderen das Team wachrütteln sollte. Dresden fand über die Führungsspieler nun wieder besser ins Spiel und konnte dank Kaartinen und Torschütze André Mücke endlich Gästegoalie Joey Vollmer überwinden und zum 1:1 ausgleichen. Vor nun stimmungsvoller Kulisse wuchs das Selbstvertrauen der Eislöwen mit jeder Aktion und so legte aus der Euphorie des Teams heraus Thomas Ziolkowski mit einem satten Blueliner direkt das 2:1 nach. Mit seinem 2. Pflichtspieltor im 48. Spiel besiegelte der Verteidiger auch die Pausenführung nach 40 Minuten.

Im dritten Drittel nahm der Gastgeber sofort den Faden aus den starken Minuten vor der Pause wieder auf und drängte auf die Entscheidung. Von den Fans nach vorn gepeitscht, erspielte man sich immer wieder gute Chancen, konnte aber Vollmer zunächst kein drittes Mal bezwingen. Dafür zeigte Meister Bietigheim seine ganze Klasse in der individuellen Qualität. Aus dem Zufall heraus nutzte Dimitriev einen Abpraller zum Ausgleich. Danach lauerten die Gäste weiter auf schnelle Konter und überließen den Eislöwen das Spiel, die dies beinah zu nutzen wussten, doch weiter am Gästegoalie und der fehlenden eigenen Kaltschnäuzigkeit verzweifelten und scheiterten. Da schien doch ein Powerplay die perfekte Chance für Pöllänen und Co. kurz vor Schluss der regulären Spielzeit, doch direkt zu Beginn der Überzahl verlor man im Aufbau immer wieder die Scheibe und kassierte im Break das bittere Gegentor, als Markus Gleich den starken Nastiuk im Löwengehäuse eiskalt ausspielte. Nun lief den Eislöwen natürlich die Zeit weg, aber man war ja noch in Überzahl und stürmte sofort wieder nach vorn. Pöllänen und Kaartinen ließen den Puck zirkulieren und Macholda war am Ende dankbarer Abnehmer und Verwerter an der blauen Linie. Der neue Löwenverteidiger glich damit postwendend zum lautstark gefeierten 3:3 aus. Das dritte Verteidigertor an diesem Abend, das gleichzeitig Overtime bedeutete.

Die Verlängerung war dann eher taktisch geprägt, das Tempo wurde langsamer und trotz einiger guter Möglichkeiten auf beiden Seiten sollte keine Entscheidung binnen der 5 Minuten fallen und so folgte das finale Penaltyschießen. Dabei zeigte sich Kevin Nastiuk beinah unüberwindbar, hielt 4 von 5 Steelers-Penalties und bei den Schützen sorgte bei den Eislöwen das Finnen-Duo Kaartinen und Topscorer Pöllänen mit 2 Treffern für den nicht unverdienten Zusatzpunkt und Sieg.

Fazit:

Die Eislöwen zeigen auch zuhause gegen einen Topgegner alle Grundtugenden des Mannschaftssports gepaart mit einer Steh-auf-Mentalität, starken Führungsspielern und überzeugenden Special Teams. Gerade das Powerplay hat an Qualität gewonnen und ist aufgrund des spielstarken Pöllänen schwerer auszurechnen. Über 37 % Erfolgsquote sind dennoch nur eine Momentaufnahme. Die bekannte Stärke in Unterzahl ist da eher schon ein typisches Qualitätsmerkmal des Popiesch-Teams, was sich bislang als einziges in der Liga noch nicht im Penalty-Killing bezwingen ließ. Zudem runden ein starker und ruhiger Kevin Nastiuk im Tor und gute Rollenspieler für die Zonen das homogene Team ab. Der Saisonstart ist eindeutig gelungen. Am nächsten Wochenende stehen dann mit Landshut und Bad Nauheim wieder schwere Prüfungen für die Eislöwen an, doch wenn das Team von Verletzungen/Ausfällen verschont bleibt, sollte auch in diesen Begegnungen der Kampf um den Sieg möglich sein.

Am Rande der Bande:

Bei der Becherwurf-Aktion kamen gegen Bietigheim überragende 1.300 € zur Weiterfinanzierung von Fanspieler David Hájek zusammen. Insgesamt steigt somit der Saison-Kontostand auf bereits beachtliche über 2.400 € an!

Last but not least - Danke, Danke, Dankeschön HJG!

Wir sagen Stadionsprecher Hans Jürgen Gansauge ganz herzlich danke für zwei Jahrzehnte als Stimme der Heimspiele, als unvergleichbarer Pausengestalter und -füller, als guter Sänger, als manchmal unfreiwilliger Comedian mit neuen Wortschöpfungen, als emotionaler Verkünder von Eislöwentoren und nicht zuletzt aufgrund dessen als ein untrennbarer Teil der Eislöwengeschichte in Dresden. Wir hätten uns zwar einen noch würdigeren Rahmen für deinen Abschied gewünscht, wie zum Beispiel das erste Heimderby gegen Crimmitschau vor vollem Haus, aber letztlich war der Ausklang trotz einiger Tonprobleme durchaus akzeptabel und für dich sichtlich emotional und gelungen.

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