Donnerstag, 27. Februar 2014

Typisch Dresden: Du freudige, sorgenvolle Playoff-Zeit!

Wir wollen Eishockey!!!

Wir Fans sind gerade voller Vorfreude, die Playoffs stehen an und wir haben es uns als Anhänger auch verdient, diese in vollen Zügen/Autos/Bussen/Bahnen und Hallen zu genießen. Doch die Sorge ist dennoch unser ständiger Begleiter.

Man muss aktuell wohl nach der Saison mit dem wirtschaftlichen Abstieg und einem Neuanfang rechnen, wenn die Gesellschafter auf ihrem Standpunkt verharren und die Stadt ebenso konsequent bleibt. Dann aber hieße das Oberliga oder gar ganz nach unten. Das hängt auch vom Verein ab und da steht das große Grauen in den Augen aller Fans schon seit Jahren bereit. Da sollten alle Beteiligten mal sehen, was alles dranhängt, Nachwuchs, Sponsoring, Auslastungen, Versorgung. Zudem könnte man in der OL oder Sachsenliga die aktuelle Miete erst recht nicht stämmen, das wäre schlicht utopisch. Es braucht einfach deutlich mehr Bereitschaft, Kapital einzubringen, zudem braucht es eine starke und kompetente Führung und ein Controlling, in das die Stadt direkt integriert ist. Direkte Kontrolle, klare Strukturen und Nachhaltigkeit würde die Stadt sicher auch dazu bewegen, die 2. Liga leben zu lassen.

Es gab für die Verantwortlichen so viele "letzte Chancen", reden wir jetzt von der Allerletzten?

Eines sollten alle wissen, dass Eishockey werden wir uns als Fans nicht nehmen lassen, in welcher Form es auch immer fortbestehen wird. Aber es ist auch klar, dass wir keine Event- oder Vipfans mehr in die Arena locken, wenn es das zweite Mal gegen Niesky, Schönheide oder Jonsdorf geht. Nichts gegen diese Teams und auch nichts gegen die Ansicht, dass die wahren Fans immer kommen, aber es geht halt auch immer um den schnöden Mammon und der ist in der Oberliga oder noch tiefer noch seltener und damit schwerer zu generieren. Ein Abstieg muss kein Gesundungsbecken sein, im Gegenteil. Es gibt genug Beispiele, wo trotz solider Arbeit über lange Jahre nichts mehr vorwärts ging und dann eine Art "Versauerung" in den Niederungen der Eishockeyligen mit schlechten Strukturen Vollzug meldete.

Es braucht klare Entscheidungen, mit ebenso klaren Konsequenzen, die dann auch jedem klar sein müssen. Bereits im vergangenen Sommer vor der aktuellen Saison wurde auch von uns über das wohl drastischste Mittel des Neuanfangs diskutiert, aber da es dann viel zum Teil blinden Aktionismus in verschiedene Richtungen ohne klare Konzepte und unnötige Grabenkämpfe unter den Fans gab, war die Idee mehrheitlich schnell verworfen und somit ist und bleibt die DEL2, bzw. das Profieishockey sicher weiter die beste Wahl, die man so auch unterstützen sollte. Wir stehen wie jeden Frühling am Scheideweg und genau das muss aufhören, am besten aber mit Fortbestand im Profieishockey. Denn so sehr wir auch einen Neuanfang in seiner Grundidee befürworten, so viele Gefahren und Unwegbarkeiten bringt er auch mit sich.

Wir können daher nur an die Verantwortlichen, sprich in erster Linie an die Gesellschafter appellieren:

Bringt richtig Kapital in den Club und nehmt Geld in die Hand um den von euch ebenso als große Leidenschaft betitelten Sport endlich voranzubringen, statt an der langen Leine im Abgrund baumeln zu lassen. Wenn ihr das nicht wollt/könnt, sucht andere die es tun können und wollen. Geld wird nicht herbeigeredet, es muss gehandelt werden! Wenn auch das nicht möglich ist, zieht die Konsequenzen, aber dann gänzlich, offen und ehrlich.


Aber auch die Stadt ist in der Pflicht, sie brauch sich nicht als ständiger Retter hinstellen oder von der Presse dazu geiseln lassen. Die Stadt hat auch viel versäumt. Die Auslastung der Arena in der eishockeyfreien Zeit ist erbärmlich, da muss deutlich mehr Belegung/Nutzung generiert werden. Mieten sind da sicher auch ein wunder Punkt, vielleicht der wundeste. Die Hauptlast muss besser verteilt werden und auch der Stadt muss bewusst sein, dass Eishockey, wenn man es denn will, keine finanzielle Gewinnmaschine ist, da kann man überall hinschauen. Es funktioniert immer nur, wenn starke Kapitalgeber und Regionen oder Städte mit Überzeugung dahinterstehen und die Leidenschaft leben und leben lassen. Die Stadt muss klare Vorgaben machen, aber auch notwendige Kompromisse eingehen, wenn sie den Profisport unterstützen will. Das ewige Hin und Her ist jedenfalls nicht zielführend, es sei denn, genau das ist das Ziel!

Über 65.000 Fans im Schnitt pro Saison sind eine klare Aussage von uns Fans pro Eishockey als fester Bestandteil des sportlichen Stadtinventars und das seit vielen Jahren, ja eigentlich seit Eröffnung der Arena. Wir kaufen Tickets, Merchandising-Artikel, nutzen das Catering, jammern ligaweit stimmungsmäßig auf hohem Niveau, sprich haben immernoch eine gute Atmosphäre im Ligavergleich in der Kurve, wir sind überall in der Stadt als Werbefiguren aktiv, tragen unsere Trikots, Schals, schreiben Berichte, liefern Bilder, helfen der BG mit leidenschaftlicher größtenteils ehrenamtlicher Arbeit, sorgen so für große Sparmöglichkeiten, sparen uns sogar täglich wiederholte Kritik, um Ruhe zu bewahren, vielleicht ein großer Fehler, leben unsere Leidenschaft, tragen unsere Farben mit Stolz und repräsentieren unsere "Liebe", ihr nennt es wirtschaftlich korrekt "Marke", fast ausschließlich positiv. Wir geben alles (jeder wie er kann) für unsere Leidenschaft, für unsere Farben, unseren Sport.

WIR BLUTEN BLAU-WEISS! JETZT SEID IHR DRAN! - GEBT UNS ETWAS ZURÜCK! ZEIGT, DAS IHR AUCH FÜR DIE EISLÖWEN BLUTET!

Oder wie es die englische Bahnansage in der Flughafen-Bahn Dresden so schaurig schön umschreibt: "Final Destination" of this Train! Aber wir brauchen keinen weiteren Teil dieses bekannten Kino-Horror-Filmes!

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