Mittwoch, 10. August 2016

Ein Gedanke zur vorerst gescheiterten Wiedereinführung des Auf- & Abstieges zwischen DEL und DEL2:



Das einfachste wäre bei aktueller Sachlage, wenn die Gesamtheit der Clubs der DEL2 (& DEL) pro Saison anteilig eine Bürgschaft (Antrittsgeld für Aufsteiger und Entschädigung/Ausgleich für Absteiger) in bestimmter Höhe hinterlegen würde, unabhängig davon, wieviele Teams den Aufstieg wahrnehmen wollen oder können. Dann ist es eben Teil der Lizenzierung, eine gewisse Summe für die Wahrung des Auf- & Abstiegs zu generieren, ebenso natürlich, den Punkteplan zu erfüllen (notfalls mit Auflagen).

Ansonsten muss man irgendwann die amerikanischen Verhältnisse für gegeben ansehen, das Modell der Major und Minor Leagues komplett installieren und sich davon verabschieden, dass jedem Standort in Deutschland theoretisch die Chance eingeräumt wird, Elitehockey zu betreiben und ein potentieller Profistandort zu sein. Und das könnte/würde sogar funktionieren, jedoch nicht in der aktuellen Zusammensetzung, Struktur und Regelung, zudem schon gar nicht mit dem Egoismus und der Selbstbeweihräucherungssucht diverser Offizieller und Clubverantwortlicher.

Solang es keine sinnvolle Nachwuchsstruktur und keine solide und einheitliche Basis im Amateur- sowie semiprofessionellen Bereich gibt, wird es so oder so nie nachhaltig vorwärts gehen. Eishockey ist nunmal in Deutschland kein Volkssport, somit muss man gesunde Wege finden, diesen tollen Sport nach vorn zu bringen.

Der Fisch fängt ja bekanntlich am Kopf an zu stinken und wenn man die Regelungen in der DEL betrachtet, ist das auch offensichtlich. Der DEB und damit die Nationalmannschaften können nicht vom Zufall der ein oder anderen guten Spielergeneration oder von einigen Ausnahmetalenten leben, vielmehr muss man dafür sorgen, dass der Nachwuchs zunächst in der Breite wächst oder wachsen kann und dann die Möglichkeit aufbieten, sich auf höchstem Niveau zu entwickeln.

Stichwort Kontingente, Ausbildungsvereine etc. Eishockey kann nie 1:1 wie Fußball funktionieren, da die Vorraussetzungen gänzlich unterschiedlich waren, sind und immer sein werden. Alles steht und fällt mit der Finanzierung, angefangen bei den Eltern, die den Sport für ihre Kinder finanzieren müssen, über die Vereine, die den Nachwuchs bestmöglich ausbilden sollen, bis hin zu den Elite-GmbHs, die den Nachwuchs sinnvoll fördern können.

Für einen gesunden, lebendigen und fruchtbaren Eishockeysport ist der oberste Punkt nicht das Durchfechten des Auf- & Abstieges auf Gedeih und Verderb, sondern eine sinnvolle Struktur im Rahmen der Gegebenheiten einer Gesellschaft, eines Landes und seiner Maßstäbe. Dabei ist die Frage nicht das Modell Amerika oder das Modell Europa, sondern das Modell Sinnvoll zu finden. Da jedoch seit Jahrzehnten nur jeder darauf aus ist, seinen persönlich größten Vorteil zu sehen, wandert dieses Modell völlig aus dem Blickfeld und rückt in immer weitere Ferne.

Der aktuell beschrittene Weg ist und bleibt ein kläglicher Versuch eines suggerierten Mittelwegs, es angeblich den meisten irgendwie rechtmachen zu wollen, ohne dabei aber irgendetwas nachhaltig zu verändern oder gar zu bewegen.

Jede Menge Diskussionsfutter für die nächsten Stammtische, Treffen und Spiele. Darauf ein Glas saure Gurken

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