Montag, 3. April 2017

Verlust als Chance!

Lückenfüller, Ersatz, neue Ausrichtung?

Mit Mirko Sacher haben die Eislöwen einen absoluten Fixpunkt ihres Spieles verloren. Zwei Jahre war er ein, bzw. in der aktuellen Saison das prägende Element im Spiel und erhielt nicht zuletzt kurz vor seinem Abgang auch die verdiente Auszeichnung zum DEL2-Verteidiger der Saison 2016/2017.

Mittlerweile ist der Unterschied zwischen DEL und DEL2 nicht mehr so eklatant hoch und so sind nicht nur viele DEL2-Spieler (siehe Sacher und Co.) interessant für DEL-Clubs, sondern die DEL2 bietet im Gegenzug auch eine reizvolle Plattform für unzufriedene oder teils stagnierende Spieler und Karrieren aus dem Oberhaus. Somit bietet der Abgang von Sacher bei aller Traurigkeit auch eine große Chance. Sacher dabei 1 zu 1 zu ersetzen kann nicht der Plan sein, doch tummeln sich einige Kandidaten, die vielleicht dem Sacher-Weg nacheifern wollen oder schlicht eine Möglichkeit der größeren Spielpraxis auf gutem Niveau sehen. Nicht nur für junge Goalies (Niederberger, Cüpper, Weitzmann), Eisenhut dürfte der nächste sein, sondern auch für junge deutsche Verteidiger (z.B. Prommersberger, Supis, Müller, Wissmann, Sacher, Zauner) hat sich Dresden zuletzt als hervorragende Adresse bzw. wichtiger Entwicklungsschritt Richtung DEL-Klasse herauskristallisiert.

In Dresden hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Talente mangels dicker Finanzen für einen breit aufgestellten Kader mit viel Eiszeit zu versehen und in wichtige Rollen wachsen zu lassen. Egal ob Föli, stagnierender Spieler, oder Frischling unterhalb des Radars. So dürfte man auch in diesem Sommer ein gehöriges Pfund zum Wuchern haben, um Sacher sportlich "vergessen" zu machen und den Kader in der Defensive erneut gut aufzustellen.
Uns geistern aktuell einige Namen aus den verschiedenen, bereits benannten Kategorien durch den Kopf und wir sind gespannt, ob wir demnächst einen davon in Dresden begrüßen dürfen. Tim Schüle (Düsseldorf) und Yannick Mund (Schwenningen) sind zwei Spieler, die einen interessanten Werdegang vollzogen haben und vielleicht ins Profil passen könnten. Auch ein Jonas Gerstung (Bad Nauheim) könnte ein Thema werden, wenn ihm das Dresdner Tempospiel schmeckt. Gleiches gilt für Felix Linden (Nürnberg). Schüle wäre ein Traum, aber er wird wohl eher innerhalb der DEL wechseln oder in Düsseldorf verlängern. Wo es Jungs wie Keussen oder Woidtke hinziehen wird, dürfte ebenfalls spannend werden. Keussen (Frankfurt) hat sich zuletzt stetig Richtung DEL entwickelt, Woidtke (Kaufbeuren) täte uns vor allem aufgrund seines robusten Spieles als Rückkehrer gut. Aus der Oberliga wären Spieler wie T. Ziolkowski (Hannover) und A. Gawlik (langfristiger Vertrag in Deggendorf) noch interessante Alternativen, sofern die Ambition DEL2 besteht. Letztlich könnte man noch weitere Namen nennen, am Ende wird aber entscheidend sein, was die Spieler wollen, wo sie vor allem hinwollen und ob ihnen die Finanzen oder eher ihre Rolle wichtiger ist. Dresden bietet auf jeden Fall ein gutes Gesamtpaket aus guter Infrastruktur, schöner Umgebung, viel sportlicher Verantwortung und hochgesteckten sportlichen Zielen.

Wichtige Basis für die Defensive wäre neben dem bereits feststehenden Erhalt des Kapitäns Kramer, auch die Verlängerung von Zauner, was sich zuletzt zumindest hoffnungsvoll andeutete, ebenso wie der Verbleib des Routiniers Petr Macholda, wobei trotz aller Verdienste rund um das Dresdner Eishockey abzuwarten gilt, ob er nochmals an sein Leistungsoptimum von 2016 herankommen kann. Es wäre ihm und uns jedenfalls sehr zu wünschen, da er auch eine der wenigen verbliebenen Identifikationsfiguren der Eislöwen ist und dem Team mit seinem Charakter und all seinen Fähigkeiten nach wie vor gut zu Gesicht stehen würde. Auch Schmidt sollte man halten, da er ab Saisonmitte sehr stabil agierte und auch offensiv eine gute Entwicklung gezeigt hat. Starke Deutsche Verteidiger sind weiterhin rar und daher wäre auch denkbar, notfalls eine Kontingentstelle in der Abwehr zu besetzen. Wir sind gespannt und freuen uns auf die nächsten Wochen auf dem Transfermarkt. Vor allem nach den Playoffs wird dann richtig Bewegung reinkommen.

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