Sonntag, 17. September 2017

Ende gut, Eisenhut!

Eislöwen Siegen bei Sikora-Abschied...

Wo fangen wir an? Ja, es war ein würdiger Abschied einer echten Legende, vor allem aber dank der Initative der Fans. Schöne Einspieler, volle Kurve, emotionale Momente, gute Choreo und tolle Retrogefühle, aber Sikora hatte mehr als 2.408 Zuschauer verdient und eine größere Werbung für Spiel und Spieler wäre daher wünschenswert gewesen. Aber vielleicht war es wichtiger, den erhöhten Literpreis des Bieres zu "vermarkten". Viele haben es wohl erst gemerkt, als sie von fünf Bechern noch nicht hacke waren, weil der Leber schlicht ein halber Liter fehlte. Kasse kling kling beim Catering? Nicht mit uns!

Der Becher ist jetzt also kleiner, bringt aber immer noch 2 Euro für die "Fan"-Aktion. Fanspieler ist übrigens Sebastian Zauner, trägt erstmals auch ein spezielles, begrüßenswertes Warm-up-Trikot, zur besseren Präsentation, aber irgendwie ist die Präsentation des Spielers unter der Woche nicht aufgefallen. Naja, es gibt halt wichtigeres als Identifikation, Fankultur und Fan(ein)bindung.

Kommen wir zum Sportlichen. Hatte man in Kassel noch zu viele Strafen kassiert und das Spiel dadurch verloren, fiel man zuhause eher durch ein zu braves Verhalten auf. Das erste Drittel gehörte Kaufbeuren. Schnell, direkt, geradlinig. Wir dagegen eher schüchtern, aber mit guten Special Teams gesegnet. Erstes Powerplay, 1:0, Hanusch macht das clever. Man könnte auch sagen, er ist ein Fuchs.

Auch im zweiten Abschnitt gaben die Joker den Ton an, wenngleich Dresden zunächst besser begann und auf 2:0 stellte, weil Höller den DEL2-Best-Goalie-Vajs äh -Preisträger aus Hintertorposition mit etwas Dusel austricksen konnte. Danach spielte aber hauptsächlich Kaufbeuren. Die Eislöwen dagegen eher wenig. Zu sehr auf Disziplin bedacht und damit der eigenen Stärken beraubt. Steer-Hockey ist Emotion, Leidenschaft und Härte. Zumal man ein gutes Unterzahlspiel stellt und nicht in eine Vermeidungstaktik verfallen sollte. So kam aber Kaufbeuren zurück und Anfang des letzten Drittels auch verdientermaßen zum Ausgleich.

Das böse Momentum stand auf Allgäuer Seite, zumindest bis Vajs die wohl schönste Kombination des Spiels heraufbeschwörte. Siddall, Huard (Hört!!!) und Grafenthin zelebrierten ein richtig feines Tic-Tac-Toooor und mimten den Momentumkiller als harmonische erste Reihe. Danach fand man endlich zum eigenen Spiel, zeigte das offensive Potenzial und sicherte im Powerplay per Volley-Hit durch den zweifachen Höller endgültig den Sieg.

Fazit: Sieg. Wichtig. Starke Special-Teams, einen starken Gegner mit einer eher durchwachsenen Leistung entzaubert. Effektiv gespielt. Dazu ein starker Goalie, der unfassbar viel Ruhe ausstrahlt und ein Team, was jedem Spieler das Tor gönnt. Auch Rajala zeigte einen klaren Aufwärtstrend, wirkte aktiver, sprach mehr und deutete seine spielerischen Fähigkeiten an. Weiter so. 3 Punkte. Solider Saisonstart. Gute Nacht.

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