Montag, 11. September 2017

Wir sind im zweiten Monat...

Erste Fein-Diagnostik!

Unser Eislöwen-Baby hat sich trotz vieler Komplikationen ganz ordentlich entwickelt. Es zeigt Sozialverhalten, zieht an einem Strang und gibt "Franz" schön Gas. Das Bauchgefühl ist ordentlich. Aber natürlich muss es noch gehörig wachsen, um nach 9 Monaten auch schöne Früchte zu tragen, die man ernten kann.

Ziehen wir also ein statistisch geprägtes Fazit.

Allgemein:
Man hat 3 der 7 Testspiele gewonnen. Es war definitiv clever, erneut zunächst gegen starke Konkurrenz zu testen und die Schwächen gnadenlos offengelegt zu bekommen, um dann gegen leichtere Gegner Selbstvertrauen zu gewinnen. Beides ist gelungen. 22 Tore in 7 Partien sind durchaus in Ordnung. 6 Verteidigertore zeigen auch, dass die Defensive offensiv mitwirken kann und will. 23 Gegentore sind etwas zu viel, allerdings konnte man sich gegen die Oberligisten etwas stabilisieren. 11 Neulinge zu integrieren und ein neues System zu lernen, ist eben nicht in 5 Wochen getan.

Am meisten Trainingsbedarf besteht bei den Special Teams. Es ist zu wenig, sich im Powerplay auf die Blueliner von Hanusch, Macholda oder Boutin zu verlassen bzw. auf die Geistesblitze von Huard. Es bedarf mehr Kombinationssicherheit, mehr Penetration des gegnerischen Tores, mehr Druck Richtung Slot und mehr Diagonalspiel. In eigener Unterzahl ist man zudem sehr anfällig, fast 40% der Gegentore resultierten aus Unterzahl-Situationen. Immerhin kassierte man aber in den letzten zwei Partien keinerlei Gegentor bei Powerplay des Gegners und konnte sich etwas stabilisieren. Ebenso die Torhüter. Wir sehen Eisenhut aktuell vorn. Beide Goalies teilten sich brüderlich die Einsatzzeiten, kamen beide auf 210 Spielminuten und lagen am Ende bei einem Schnitt von 3,1 GGT/Spiel (Eisenhut) bzw. 3,4 GGT/Spiel (Stefaniszin). Auch da gilt, dass sich das Team finden, die Rebounds besser lesen und klären sowie die Goalies und deren Stil verstehen muss. Beide Torsteher zeigen sich bereits in solider Form, worauf man aufbauen kann.

Durch die Bank fiel die hohe Fehlerquote auf dem Feld ins Gewicht. Stockfehler, schlechte Aufbaupässe, viel Stückwerk. Dafür stimmt aber das Tempo, der Charakter, der Willen. Emotionen sind positiv, jedoch sind fast 20 Strafminuten pro Spiel deutlich zu viel. Da muss etwas an der Cleverness geschraubt werden. Vor allem die unerfahrenen Spieler lassen sich manchmal von Siddall und Co. anstecken und zeigen überzogene Aktionen. Da gilt es eine bessere Balance zwischen Aggressivität und Coolness zu finden. Alle Spieler haben viel Luft nach oben. Am auffälligsten zeigten sich offensiv Siddall, Huard, Höller und die 4. Reihe um Rupprich, Walther und Schiemenz. Alle anderen Reihen suchen jedoch noch nach der Feinabstimmung. Rajala ist als eigentlicher Top-Importspieler leider noch nicht aufgetaut. Mittlerweile 27 Spiele und nur 2 Tore sprechen für sich. Da muss dringend mal der Wecker klingeln. Defensiv überzeugte Kapitän Kramer und teilweise Boutin, dem aber noch zu viele technische Fehler unterlaufen. Macholda und Hanusch können offensiv schon gut ankurbeln, brauchen aber mehr Unterstützung. Enttäuschend aus unserer Sicht nach aktuellem Stand eher die "Alten" als die Neulinge. Grafenthin, Garten und zum Teil auch Davidek waren bislang kaum ein Faktor. Aber auch von Neuzugang Pielmeier darf man als Führungsspieler deutlich mehr offensive Präsenz und Durchschlagskraft erwarten.

Beste Torschützen:
Huard und Höller je 4
Hanusch 3

Beste Vorlagengeber:
Huard, Höller, Rajala, Macholda je 3

Beste Scorer:
Huard und Höller je 7
Siddall 4

Würde man ein ligaweites Powerranking vornehmen, könnte man uns derzeit auf Rang 7-8 ansiedeln. Unsere Gegner am ersten Hauptrunden-Wochenende sind höher zu bewerten. Vor allem Kaufbeuren spielt bereits wie aus einem Guss und könnte erneut ein "Geheim"-Tipp für die Top 5 sein.

Es gilt, die vier Trainingstage bis zum Auftakt intensiv zu nutzen und dann voller Tatendrang nach Kassel zu reisen. Die Huskies lagen uns in der Vergangenheit. Das darf gern so bleiben.

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