Dienstag, 24. Oktober 2017

"17" again...

Eislöwen lotsen Harrison Reed zurück an die Elbe!

Als vor einer Woche die Meldung kam, Stürmer Harrison Reed gehöre nicht mehr zum Kader der Stavanger Oilers, kam intern bei uns schnell der Gedanke auf, er könnte als Siddall-Ersatz wieder in Dresden aufschlagen, aber dass es nun tatsächlich so kommt, ist schon eine kleine Überraschung. Schließlich benötigen die Eislöwen eher einen defensiven Topspieler, um den Macholda-Ausfall zu kompensieren. Doch wenn man genauer darüber nachdenkt, steckt etwas mehr hinter der Verpflichtung.

Harrison Reed kam 2015 zusammen mit seinem kongenialen Sturmpartner Max Campbell nach Dresden. Im Gegensatz zu Campbell wusste er auch an der Elbe zu überzeugen und knüpfte durchaus an seine überragende Sahnpark-Zeit an. Reed war Topscorer des Teams (67 Spiele, 64 Punkte, 28 Tore) und führte die Mannschaft zusammen mit Mark Cullen und Teemu Rinkinen bis ins Playoff-Halbfinale, wo man letztlich unglücklich an den Bietigheim Steelers scheiterte. Danach zog es den Kanadier nach Dänemark, wo er bei Sønderjyske Ishockey ebenfalls zum Topscorer avancierte und das Team in die Playoffs führte. Nun zog es ihn im Sommer weiter nach Norwegen zu den ambitionierten Stavanger Oilers. Die Oilers sind Serienmeister der norwegischen Get Ligaen, standen 8 Mal in Folge im Meisterschaftsfinale und gewannen 7 davon. Seit 6 Jahren ist das Team Abonnement-Meister, startete aber mit Reed, Romano und Co. denkbar schwach in die neue Saison. Während Reed in der Champions Hockey League zu überzeugen wusste, konnte er in der Liga sein Scoring nicht wie gewohnt abrufen. Das gesamte Team spielte unter den Erwartungen und steht derzeit nur auf dem 8. Platz der 10er Liga. Somit zogen die Verantwortlichen in Stavanger Konsequenzen und stellten 2 Kontingentspieler frei. Darunter eben auch Harrison Reed, der nun in Dresden zunächst den Ausfall von Matt Siddall abfedern soll.

Zudem ist Reed ein klassischer Torjäger wie er den Eislöwen nach dem Abgang von Cook noch fehlte. Die Nr. 17 der Eislöwen ist stets für 20+ Saisontore gut und darüber hinaus ein starker Skater, der vom Papier her gut ins Konzept von Steer zu passen scheint. Dafür ist sein Defensivverhalten ähnlich dem von Juuso Rajala, für den er wohl auch als eine Art Konkurrenz dienen wird. Doch nicht nur für Rajala, auch für Huard ist dies ein klares Zeichen, eine Schippe draufzupacken. Spätestens wenn Siddall wieder aufs Eis zurückkehrt, dürfte man auf dem Importsektor nochmals handeln und möglicherweise einen Stürmer abgeben. Es ist nur schwer vorstellbar, dass man mit 5 Kontingentspielern agieren wird. Keiner der aktuell vorhandenen Imports ragt extrem heraus und tritt als Ausnahmespieler in Erscheinung, daher sind viele Konstellationen denkbar. Reed kann auf dem Flügel und als Mittelstürmer spielen, kennt den Club, das Umfeld, die Liga und kann trotz des eher mauen Saisonstarts in Norwegen sicher schnell ein Faktor im Eislöwen-Team werden. Daher wird es ab November interessant, wie sich das Team mit Reed weiterentwickeln kann. In Freiburg und zuhause gegen Frankfurt wird Reed aus Gründen andauernder behördlicher Prozesse übrigens noch fehlen.

Die quantitativen Probleme in der Defensive löst der Transfer freilich nicht. Ein Macholda-Ersatz zu finden ist schwer bis unmöglich, zumal sich die Importproblematik durch den Transfer eher noch vergrößert als verringert. Dennoch ist die Verpflichtung Reeds im Hinblick auf die Effizienz der Offensive ein richtiger Schritt und man schlägt letztendlich vielleicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Willkommen zurück in Dresden. Harris-on fire again!

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