Montag, 30. Oktober 2017

Das war das erste Viertel der Saison...

Nach einem starken Oktober steht Dresden über dem Soll!


Nach mehr als einem Viertel der Hauptrunde und Spielen gegen jeden Konkurrenten der Liga wagen wir eine erneute Bilanz. Die Eislöwen sind das derzeit heißeste Team der Liga. Der Grund dafür ist die große Augeglichenheit im Kader. Kein Spieler hat Starqualitäten, aber das Kollektiv ist besser als die derzeitigen Gegner. Zudem stimmt die Einstellung im Team. Jeder ist bereit, für den anderen zu kämpfen. Es gibt keinen Neid, keine Missgunst, keine Quertreiber, keine Störfeuer und selbst die Verletzungsseuche wird von der Mannschaft sehr gut aufgefangen. Alle 21 Feldspieler haben mindestens zweifach gepunktet und es gab bereits 17 verschiedene Torschützen zu bejubeln.

Trotz der geschlossenen Einheit stechen aber natürlich Spieler heraus. Allen voran Marco Eisenhut. Mal abgesehen von der Shutout-Statistik, die sein ehemaliger Teamkollege aus der Fölizeit in Kaufbeuren, Stefan Vajs, dominiert, führt er alle relevanten Torhüter-Statistiken der Liga an und ist derzeit auch der beste Goalie der DEL2. Dieser Rückhalt verleiht dem Team Glauben und Sicherheit. Die Defensive lässt immernoch die zweitmeisten Schüsse der Liga zu, hat aber die Großchancen verringert. Wichtig dafür die Entwicklung von Shawn Boutin, der immer mehr an Form und Selbstvertrauen gewinnt. Offensiv sind Höller und Davidek im Oktober explodiert und drücken beinah jedem Spiel ihren Stempel aus. Wir sehen aktuell den besten Höller seiner bisherigen DEL2-Karriere. Auch Harrison Reed wirkte binnen kürzester Zeit so, als wäre er nie weg gewesen und jeder spürte, welche offensive Gefahr er auf dem Eis darstellt. Er ist ein starkes Upgrade der Eislöwen-Offensive und leider nach nicht einmal 2 kompletten Spielen langzeitverletzt. Eine nochmalige Nachverpflichtung dürfte nicht angedacht sein, zumindest nicht offensiv, da man mit Miller trotz der Ausfälle von Siddall und Reed mit vollen 4 Blöcken agieren kann. Ein Spieler, der selten genannt wird, aber sinnbildlich für den aktuellen Erfolg der Eislöwen steht, ist Steven Rupprich. Er ist die fleischgewordene Kombination aus Geschlossenheit, Konstanz und Mentalität, führt die jungen Spieler, geht als Vorbild voran und punktet, anders als unter Stewart, plötzlich deutlich mehr.

Neben der Geschlossenheit ist das Unterzahlspiel die große "Steer-ke" im Eislöwen-Spiel. In Dresden tummeln sich viele Spezialisten für das Penalty-Killing und machen es dem Gegner enorm schwer, zu treffen, zudem passt das System perfekt zu Goalie und Feld-Akteuren. Hier liegt man ligaweit unangefochten an der Spitze. Das einzige kleine Problemkind im System ist das Powerplay. Natürlich ist es auch immer wieder mit Glück und Pech verbunden, wenn Schlägerbrüche statt Tore passieren oder immer wieder das Gestänge statt des Netzes getroffen wird, aber dem Überzahlspiel mangelt es zuweilen etwas an Zug, Tempo und Zielstrebigkeit. Passiert auch hier noch ein Schritt nach vorn, wird es wohl langsam unheimlich, zumindest für die Gegner.

Es bleibt festzuhalten, dass Steer trotz der anfänglichen Skepsis einiger Fans und Experten eine starke Mannschaft geformt und ein System eingepflanzt hat, welches von Woche zu Woche stärker in die DNA der Spieler übergeht und selbige dieses immer besser ausfüllen. Den aktuellen Lauf sollte man möglichst bis in die Länderspielpause konservieren, am besten aber auch danach fortsetzen. Jeder weiß, dass ein solcher Lauf auch schnell ins Negative drehen kann, doch das Team wirkt so gefestigt und stabil, dass man trotz diverser Ausfälle nicht befürchten muss, es könnte zu einem langen Einbruch und Loch kommen. Steer ist in Dresden angekommen und wird hoffentlich auch lange bleiben.

Ein plakatives Beispiel, welches den großen Unterschied zwischen der letzten und der aktuellen Saison kennzeichnet, sind die Heimspiele gegen Bietigheim und Frankfurt. In der vergangenen Saison ließ man sich von den Steelers effektiv abwatschen und 7 Tore einschenken, gegen Frankfurt brachte man eine 4:1 Führung nach 2 Dritteln nicht ins Ziel. Diese Saison ein ganz anderes Bild und das offenbart den entscheidenden Faktor: Die Mentalität im Team ist auf einem völlig anderen Niveau! Das ist eine Kader- und damit letztlich auch eine Trainerfrage.

So hat man aktuell bereits 5 Zähler mehr auf der Habenseite als nach 14 Spieltagen der vergangenen DEL2-Rekord-Saison und ist voll bei der Musik. Mit den Topgegnern Kassel und Riessersee vor der Brust, wäre im Idealfall sogar noch vor der D-Cup-Pause ein Angriff auf die Tabellenspitze möglich. Ohne vermessen sein zu wollen, diese Performance ist kein Glück oder Zufall, sondern hart erarbeitet. Die Top 6 sind mit diesem Kader absolut realistisch und wenn man von weiteren Verletzungsdramen verschont bleibt, geht vielleicht sogar noch mehr. Nun braucht es nur noch die dazu passenden Zuschauerzahlen bei Heimspielen, was aber natürlich auch weiter eine Frage des Geldes bleiben wird.


Bilanz in Zahlen

Spiele: 14
Punkte: 28
Siege: 9
Punkte/Spiel: 2,0 (3.)
Platz: 3

längste Siegesserie: 5
längste Niederlagenserie: 2

Tore: 47 (5.)
Tore/Spiel: 3,36 (5.)
Gegentore: 34 (3.)
Gegentore/Spiel: 2,43 (1.)
Schüsse: 482 (4.)
gegnerische Schüsse: 538 (2.)
Strafminuten: 162 (8.)

Überzahl: 16,9% (11/65, 11.)
Unterzahl: 91,5% (6/71, 1.)
Gesamteffizienz: 108,4% (2.)

Goalie in Zahlen (Eisenhut)

Fangquote: 93,84% (1.)
Saves: 503 (1.)
Gegentore: 33
Gegentorschnitt: 2,34 (1.)
Minuten: 846:56 (1.)
Siege: 9 (1.)
Shutouts: 0 (6.)

Feldspieler in Zahlen

Top-Scorer: 17 (Höller), 14 (Davidek)
Tore: 7 (Davidek), 6 (Höller)
Vorlagen: 11 (Höller), 8 (Huard, Rajala)
Top-Rookie: 8 (Schiemenz), 7 (Glemser)
Top-Verteidiger: 6 (Schmidt, Kramer), 5 (Boutin)
Plus/Minus: +7 (Zauner, Davidek), +6 (Rupprich)
Bullyquote: 59,49% (Pielmeier), 58,69% (Huard)
gespielte Bullys: 259 (Huard), 237 (Pielmeier)
gewonnene Bullys: 152 (Huard), 141 (Pielmeier)
meiste Schüsse: 48 (Davidek), 42 (Garten)
Powerplay-Tore: 2 (Höller, Pielmeier), 1 (7 weitere Spieler)
Unterzahl-Tore: 2 (Höller)
Strafminuten: 32 (Boutin), 18 (Huard)
spielentscheidende Tore: 3 (Grafenthin), 2 (Davidek)

Zuschauer in Zahlen

Zuschauer gesamt: 15.592 (8.)
Zuschauerschnitt: 2.227 (10.)
Top-Besuch: 3.059 (vs. Frankfurt)
Flop-Besuch: 1.762 (vs. Heilbronn)

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