Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ein alter "Siddall-Kumpel" erhält seine Chance in Dresden!

Eislöwen holen Zwei-Wege-Spieler mit deutschem Pass und Bad-Boy-Image...

Jetzt geht es Schlag auf Schlag bei den Eislöwen. Nach der Verpflichtung von Harrison Reed zaubert Schnabel den nächsten dickeren Namen aus dem Hut. Tim Miller ist vielen Fans eine bekannte Größe, gehörte er doch 2 Jahre zum DEL2-Spitzenteam der Fischtown Pinguins und erarbeitete sich in dieser Zeit den Ruf eines zumindest bei den Gegnern ungeliebten Kämpfers. Miller war nach seiner ersten DEL-Saison in Straubing noch ohne neuen Vertrag und erhält nun in Dresden die Möglichkeit, sich zu beweisen und fest in den Kader zu spielen. Miller ist gebürtiger US-Amerikaner, besitzt aber einen deutschen Pass und passt qualitativ ganz gut zum Steer-Hockey. Der defensivstarke Flügelstürmer kann flexibel eingesetzt werden und erhöht damit die Varianten für den Eislöwen-Trainer. Miller kann ähnlich wie Steven Rupprich auch in der Abwehr agieren und bringt dennoch einen gewissen Scoring-Touch mit. Das ermöglicht nun einige Gedankenspiele, wonach ein Import-Stürmer das Team verlassen könnte. Da Miller Flügelstürmer ist, könnte es zwar auch das Aus für Siddall bedeuten, zumal mit Miller auch die Rolle des aggressive Leaders neu besetzt wäre und keine Kontingentstelle verschlingt, aber die wahrscheinlichere Idee dahinter wird wohl sein, Rupprich oder Miller in die Verteidigung rücken zu lassen, um vorerst wieder volle Reihen in Offensive und Defensive generieren zu können und einen oder gar 2 Import-Stürmer zu entlassen, um noch einmal Platz zu schaffen und defensiv reagieren zu können. Stichwort Importverteidiger und damit Macholda-Ersatz. Aktueller Streichkandidat wäre wohl Rajala.

Die 30-jährige Kämpfernatur und Allzweckwaffe trifft in Elbflorenz übrigens auf ein paar ehemalige Teamkollegen wie Garten, Schmidt und auch Matt Siddall, mit dem Miller bereits 2009/2010 in der ECHL bei den Gwinnett Gladiators als Liga-Rookie zusammenspielte. Teamkollege war damals unter anderem aber auch ein gewisser Matt Caruana, der 3 Jahre später die Starbulls Rosenheim zusammen mit Greg Squires als Topscorer bis ins Playoff-Halbfinale führen sollte, was mal wieder die guten Verbindungen eines Franz Steer andeutet.

Egal ob am College, in seiner langen AHL- und ECHL-Karriere oder zuletzt in der DEL2 bzw. DEL, Tim Miller gab stets 100 Prozent. Er wirft bei Idealmaßen von 185 cm und 90 kg viel Kraft und Härte in die Waagschale, hat stets gut gepunktet, defensiv stark agiert und dabei ein sehr aggressives Spiel gepflegt. Scharfe Kritiker oder Spötter würden ihn vielleicht als Strafbank-Wärmer bezeichnen, aber trotz seiner unbestritten hohen Zahl an Strafminuten ist Miller in seinen Teams immer ein positiver Faktor gewesen und hat ähnlich wie Siddall und Weller für klare Verhältnisse auf dem Eis gesorgt. In zwei DEL2-Saisons mit insgesamt 85 Spielen brachte er es auf sehr ordentlich 58 Scorerpunkte, darunter starke 27 Tore (!!!) und beeindruckende 326 Strafminuten (!!!) bei einer Plus-/Minus-Bilanz von +13. Der aus Davisburg bei Detroit (Michigan) stammende "Winger" besitzt die große Qualität, in den wichtigen Momenten abzuliefern und avancierte beispielsweise 2015 zum Playoff-Monster, als er die Pinguins als amtierender Meister erneut bis ins Playoff-Finale führte, wo man nur knapp an den Bietigheim Steelers scheiterte. Er ist ein sehr harter Checker, geht aber eben auch manchmal zu weit und ist anfällig für Provokationen. Die positive Kehrseite: Die meisten Gegenspieler haben viel Respekt vor ihm und seiner harten Gangart.

Nun ist der bei vielen Fans als "streitbarer Rüpel" verschriene Angreifer also zurück in der DEL2 und wird die gegnerischen Fans und Spieler bestenfalls abermals zur Weißgluht bringen, hoffentlich aber von Steer auch klar in die Schranken gewiesen, was bei Siddall schon gut gelungen ist. Timothy J. oder kurz Tim bzw. TJ Miller wird wahrscheinlich mit der ligaweit bekannten Nummer 81 auflaufen und ist bereits am Freitag beim Auswärtsspiel in Freiburg spielberechtigt. Ruft er sein ganzes Potenzial ab, wird er ein Dresdner Publikumsliebling und an allen anderen Standorten ein gehasstes Feindobjekt.

P.S.: Sollten die Gerüchte stimmen, dass Miller auch in Crimmitschau im Gespräch war, hätten die Eislöwen gleich zweimal binnen 24 Stunden das dicke Schweige-Einhorn Richtung Thüringen galoppieren lassen... Wenn nicht, auch egal.

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