Montag, 15. Januar 2018

Typisch Dresden?!

Ein indiskutabler Auftritt beim Schlusslicht reicht und schon wird von Fans der Trainer in Frage gestellt!


Unter Popiesch hat man 7 Jahre mehrheitlich jedes Auf und Ab schweigend mitgemacht, genau wie unter dem Kaugummi-Kauer, aber nun wird plötzlich nach jedem zweiten Spiel die Keule rausgeholt, als wäre man gerade abgestiegen.

Vielleicht sollten wir uns alle mal runterfahren und überlegen, ob es nicht bei aller berechtigten Kritik aufgrund der letzten zwei Auswärtsspiele sinnvoller wäre, zusammenzustehen und damit dem Team zu zeigen, wie es geht.

Wir haben seit einem Monat eine richtig schlechte Phase, aber dennoch dafür ordentlich gepunktet. Natürlich ist eine Tendenz nach unten spürbar, aber vielleicht hat man auch in der ersten Saisonhälfte etwas über dem Limit agiert. Fakt ist, dass wir keine Ausländer a la Bietigheim oder Frankfurt haben und das wusste man von Anfang an, aber dann kann man diese Spieler auch nicht ins Zentrum der Kritik stellen. Es gibt genug große Namen im Kader, die unter deutscher Flagge spielen. Huard hat immerhin 15 Tore erzielt, Siddall 10 Mal eingenetzt. Höller hat in den letzten 14 Spielen beispielsweise nur 2 Treffer erzielt, hat wie einige andere auch eine schlechte Phase. Mit Reed fehlt seit Monaten ein personifizierter Torjäger und mit Grafenthin zudem ein effizienter Angreifer mit Torriecher.

Der Negativlauf hat natürlich auch Gründe und die sind vielschichtig. Ob es die vielen Langzeit-Ausfälle und die damit verbundenen immer wieder notwendigen Reihenumstellungen sind oder das die Last des Treffens derzeit auf zu wenige Schultern verteilt ist. Dazu kommen aufgrund der Verunsicherung natürlich auch individuelle Fehler, die teilweise Spiele entscheiden.

Klammert man die 3 Spiele gegen Kassel, Riessersee und Bayreuth aus, haben die Eislöwen aber neben Kaufbeuren die beste Defensive der Liga. Aktuell ist nur kein wirkliches Selbstvertrauen und damit auch Selbstverständnis vorhanden und so entstehen mitunter vogelwilde Aktionen, die wie in Bayreuth geschehen, dann in Summe katastrophale Folgen haben. Jeder ist letztlich aktuell mit sich und seinem Spiel beschäftigt.

Wir leben nicht im Schlaraffenland, werden Ende der Saison erstmals wieder schuldenfrei sein und haben im Rahmen der Lizenz auch einen Etat einzuhalten. Daher kann man nicht ständig Spieler tauschen. Anfang der Saison stand man auf Augenhöhe mit Frankfurt, Bietigheim und Co., keiner war unzufrieden und nun wird auf alles geschossen, was rumläuft.

Kritik ja, aber bitte konstruktiv und mit fairen Maßstäben. Man kann nicht vom Teamgedanken reden und dann Stars fordern, man kann keine McNeely-Stats erwarten, wenn man Huards und Siddalls holt und sollte nicht nur die Imports in die Pflicht nehmen, sondern alle Führungsspieler. Denn in diesem Team sind die renommiertesten Namen keine Kontingentspieler.

Und der Trainer? Steer ist seit 7 Monaten da. Hat das Team schneller als gedacht zum Funktionieren gebracht, erlebt jetzt aber wie fast jedes Team eine Schwächephase, die aufgrund der Verletzungsmisere länger anhält, als gewünscht. Deshalb muss man ihn aber nicht gleich in Frage stellen. Wenn es danach gehen würde, müsste man an vielen Standorten Trainer ins Zentrum der Kritik rücken. Frankfurt in den letzten Wochen, Ravensburg über weite Teile der Saison, Bad Nauheim?

Wir jammern auf hohem Niveau, natürlich zum Teil berechtigt, aber sollten nicht vergessen, wo wir herkommen und welchen Anspruch wir haben sollten. Die Top 6 ist machbar, aktuell stehen wir auch da, nur ist der Trend nicht unser Freund. Dennoch und auch wenn wir selbst die Playdowns mit etwas Sarkasmus ins Gespräch gebracht haben, was aber allein auf den Auftritt in Bayreuth bezogen war, sollten wir an das Team glauben, statt etwas zu beschwören, was wir eigentlich nicht wollen.

Jetzt das ganze Konzept über den Haufen zu werfen, wäre fahrlässig. Das Team muss zur Ordnung und Stabilität zurückfinden und wieder jedes Spiel über 60 Minuten die gleiche Einstellung abrufen. Das sollten wir der Mannschaft nicht noch erschweren, sondern bis zu einem gewissen Punkt erleichtern.

Kritik ist absolut verständlich, aber bitte stellt nicht alles in Frage, was vorher noch gut war. Danke

P.S.: Es steht natürlich jedem frei, dass anders zu sehen und zu bewerten.

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