Dienstag, 27. März 2018

Tormangel kein Sturmproblem!

Zwei Drittel weniger Abwehrpower...

30, 39, 39, 13. Das ist nicht etwa ein Geheimcode oder die Durchwahl von Franz Steer, sondern die Anzahl der Verteidigertore in den letzten 4 Spielzeiten. Im Vergleich zu den letzten 2 Hauptrunden erreichte Dresden in der abgelaufenen Saison also nur ein Drittel der Werte der Vorjahre. Satte 26 Treffer, die einige zusätzliche Punkte hätten einbringen können.

René Kramer und Steve Hanusch waren mit jeweils 4 Toren die treffsichersten Verteidiger im Team. Verteidiger, die durchaus offensive Qualitäten besitzen. Der Torabschluss jedoch zählt nicht unbedingt dazu. Zum Vergleich: Petr Macholda traf in der Vorsaison alleine achtfach. Noch deutlicher wird es allerdings, wenn man Mirko Sacher betrachtet. Der DEL2-Verteidiger des Jahres 2017 erzielte in der vorangegangenen Spielzeit 16/17 gleich 14 Dresdner Hauptrundentore. Eines mehr als die gesamte Defensive in dieser Saison.

Bei all der mangelhaften Chancenverwertung wird also deutlich, dass die größte Baustelle nicht zwingend in einer zu schwachen Offensive liegt, sondern auch und vor allem im Mangel an torgefährlichen Verteidigern bzw. auch Bluelinern. Mirko Sacher ist kein Blueliner, war und ist aber ein Verteidiger mit Tordrang und hoher Treffsicherheit und Oldie Macholda der notwendige Blueliner für Powerplay und Brechstangen-Momente. Diese Komponenten fehlten bzw. konnten nicht ersetzt werden. Alter spielt dabei übrigens keine Rolle. Nicht umsonst ist in Bietigheim mit Dominic Auger ein Mitvierziger immer noch einer der torgefährlichsten Verteidiger der Liga.

Da aber eine Macholda-Zukunft mehr als fraglich ist und zudem ein deutscher Spieler wie Sacher kaum zu bekommen sein wird, dürfte wohl mit einer Importstelle zu rechnen sein. Spannend wird dabei, ob man auf einen reinen Blueliner setzen wird oder vielleicht sogar beide Komponenten abdecken kann. Aber sicher dürfte sein, dass ein torgefährlicher Offensiv-Verteidiger kommen wird. Möglich auch, dass man die blaue Linie mit einem schussgewaltigen Stürmer besetzt, wie es Heilbronn mit Kirsch recht erfolgreich vorgemacht hat.

Spieler, die uns in Bezug auf treffsichere Verteidiger beispielhaft vorschweben, sind Typen wie Curtis Gedig, Kodie Curran, Martin Lefebvre, Jeremie Blain, Garrett Noonan oder Jeremy Beaudry. Auch der Heilbronner Falke Jordan Heywood ist so ein Spielertyp, wird aber auch bereits mit der Konkurrenz in Verbindung gebracht. Letztendlich gibt es eine große Liste an Namen. Entscheidend wird sein, den richtigen zu finden und vom Standort zu überzeugen. Wir sind recht zuversichtlich, dass dies gelingen wird.

Zudem muss das Verhalten aller Spieler in der defensiven Zone besser werden, da man aufgrund der zweiten Saisonhälfte einen klaren Rückschritt in der Defensive zu verzeichnen hatte, nachdem man nach 26 Spielen noch auf Kaufbeuren-Niveau lag. Sowohl Tore als auch Gegentore bewegten sich genau auf dem Durchschnittsniveau der Eislöwen in der zweiten Liga und mit Durchschnitt gehört man halt zumeist nicht zu den absoluten Topteams, was der Trainer aber logischerweise auch bereits erkannt hat.

To-Do-Liste:
- Offensiv-Verteidiger mit Torgefahr
- Spielsystem in der defensiven Zone
- konstantere Leistungskurve der Spieler (Form/Fitness)

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