Montag, 10. September 2018

Status: Möwe - Halb Mensch - Halb Löwe...

Die Vorbereitungs-Bilanz der Eislöwen!

Spielsystem:

Grundsätzlich ist schon klar zu erkennen wie der Hase bzw. Eislöwe laufen soll. Nämlich sehr viel und sehr schnell. Offensiv gelingt dies sehr gut, was auch ein klares Plus beim Kreieren von Großchancen beweist. Das Tempo im Lauf- und Passspiel ist hoch und ermöglicht gute Kombinationen mit klarer Zielführung Richtung Gehäuse. Im Powerplay hat sich vor allem dank des Zugewinnes der individuellen Klasse von Knackstedt der ganze Ertrag gesteigert. Über 50% der erzielten Tore resultierten aus dem Überzahlspiel und dabei nutzte man gegen immerhin auch vier Eliteteams über 34% der Überzahlsituation. Ein Spitzenwert, für den auch Harrison Reed, Thomas Pielmeier und Steven Rupprich verantwortlich sind.

Doch die hohe Effizienz im Powerplay findet sich im Spiel 5 gegen 5 nicht wieder. Da werden weiterhin zu viele Chancen vergeben, womit man also nur partiell die Effektivität steigern konnte, was letztlich an der Transfertätigkeit abzulesen, sprich an der Neuverpflichtung von Jordan Knackstedt festzumachen ist. Knackstedt ist der Topspieler der Vorbereitung, zeigt nicht nur Scoringqualitäten, sondern auch Härte und Ausstrahlung auf dem Eis. Für uns vielleicht sogar ein Kandidat für das Kapitänsamt, was wir aber auch Thomas Pielmeier zutrauen würden, der im Vorgleich zur Vorsaison enorm an Leistungsfähigkeit zugelegt hat. In der letzten Saison noch ein Garant für Fehlpässe, hat er aktuell nur noch Passprobleme an Flughäfen. In der Vorbereitung füllte noch René Kramer das Kapitänsamt aus, doch um ehrlich zu sein, sind wir subjektiv nicht so überzeugt von seiner Ausstrahlung als Team-Leader. Dafür konnte er aber spielerisch einige Akzente setzen, was Königstransfer Jordan Heywood, auch aufgrund eines längeren, verletzungsbedingten Ausfalls bislang nicht gelang. Viele Turnover in der eigenen Zone und mehr Beteiligungen an gegnerischen als eigenen Toren lassen noch keinen Gewinn für das Team erkennen, doch ein Spieler seiner Klasse sollte in der Lage sein, sich auf den Punkt zu steigern.

Steigern darf sich auch Dennis Palka, der weiterhin seinen Torriecher sucht, aber ähnlich wie Christian Billich die Qualität im Backcheck deutlich angehoben hat. Steven Rupprich hat sich erneut als Kindergärtner bzw. Rookie-Betreuer bewiesen, aber auch und vor allem im Powerplay seinen neu gewonnenen Scoring-Touch der letzten Saison konserviert. Von Rupprich- zu Rüpelqualitäten. Das Team ist körperlich eines der kleinsten der Liga, aber durchaus rustikaler im Körperspiel geworden. Zauner, Huard und Co. zeigen sich giftiger als in der Vergangenheit, ohne dabei mehr Strafen zu ziehen. Die beiden Jordans haben zudem für ein Update beim Aggressions- und Checking-Level gesorgt.

In Sachen Level haben beide Goalies dafür noch viel Luft nach oben, wenngleich Eisenhut gegen durchgehend starke Gegner durchaus schon Rhythmus aufnehmen konnte und zum Start in ähnlicher Form wie zur letzten Saison sein dürfte. Insgesamt gilt, dass die Defensive die größte Baustelle bietet, die man gewissermaßen aus der vergangenen Saison mitgenommen hat. Man spielt jetzt in der Zone sehr aggressiv gegen den Mann, was schnelle Scheibengewinne ermöglicht, verliert aber noch zu oft die Ordnung und leistet sich im Aufbau zu viele Fehlpässe. So ist man zwar in der Lage, die neutrale Zone schnell zu überspielen, läuft aber auch Gefahr, selbst schnell attackiert zu werden und defensiv in Unterzahl zu geraten, was aber auch der vielen Eiszeit für die Nachwuchsspieler geschuldet ist, die natürlich erst Routine auf dem Niveau entwickeln müssen.

Schaut man auf die U-Spieler, so ist neben Timo Walther vor allem Niklas Postel schon auf einem guten Stand und kann Akzente setzen. In der Defensive dürfte Arne Uplegger die 6. Stammposition einnehmen und Tim Heyter als Ersatzmann fungieren. Offensiv wird man zunächst auf Georgiy Saakyan verzichten müssen, bis seine Passthematik geklärt ist, doch dann könnte der einzige Spieler mit Gitterpflicht durchaus zu einer Stammkraft mutieren. Wenn er das Tempo annimmt und auf dem Eis einen Tick schneller Entscheidungen trifft, bringt er alle Anlagen mit, um auch in der DEL2 die Goalies zu ärgern.

Betrachtet man allgemein die Reihen, so dominiert die Reihe um Knackstedt und Reed, wo Billich aber noch zum größeren Faktor aufsteigen darf, während der Scoringformation um Huard, Höller und Davidek eben selbiger bislang abging. Mit einem gesunden Davidek sollte aber auch diese Reihe harmonieren und produzieren können, wie ein berühmter Ex-DEL-Star zu sagen pflegte. Auch das Trio um Thomas Pielmeier passt bereits harmonisch ganz gut ins Konzept und so ist man zuzüglich der vierten Offensivreihe gut aufgestellt, muss aber im defensiven Grundverhalten zulegen, sonst wird es gerade bei Spielen gegen ebenfalls starke Offensiven, wie zum Auftakt in Ravensburg, viele Gegentore regnen. Wir gehen aber zuversichtlich in die neue Spielzeit und glauben zum Auftakt bei Titelkandidat Ravensburg aufgrund der offensiven Qualität an Zählbares auf dem Punktekonto, da selbige bisher auch defensiv anfällig agierten.

Gewinner der Vorbereitung:
Jordan Knackstedt

Verlierer der Vorbereitung:
Jordan Heywood

+++ Spielerstatistiken +++

Vielspieler:
7 Spiele (16 Spieler)

Torjäger:
Knackstedt (6), Huard und Reed (je 4)

Vorbereiter:
Knackstedt (6), Reed (5), Rupprich (4)

Topscorer:
Knackstedt (12), Reed (9), Huard (6)

Scoring-Quotenkönig: (Punkte pro Spiel)
Knackstedt (1,71), Reed (1,29), Huard (1,20)

Sünder:
Reed (12), Höller und Knackstedt (10)

Überzahl-Torjäger:
Reed und Knackstedt (3), Hanusch und Rupprich (2)

Shorthander:
Zauner (1)

Goalie-Minutensammler:
Eisenhut (239:50), Stefaniszin (180:00)

Gegentore:
Eisenhut (15), Stefaniszin (13)

Gegentorschnitt:
Eisenhut (3,76), Stefaniszin (4,30)

Shutouts:
0

+++ Teamstatistiken +++

Spiele:
7

Tore:
25 (3,57 pro Sp.)

Gegentore:
28 + 1 ENG = 29 (4,14 pro Sp.)*

*Ohne das Krefeld-Spiel sind es 18 + 1 = 19 (3,16 pro Sp.)

Siege:
4

Niederlagen:
3

Strafminuten:
84 (12 pro Sp.)

Powerplays:
38

Powerplaytore:
13

Erfolgsquote:
34,2%

kassierte Shorthander:
2

Penalty Killing:
40

kassierte Powerplaytore:
11

Erfolgsquote:
72,5%

erzielte Shorthander:
1

Gesamteffizienz Special Teams:
106,7% (alles über 100% ist gut)

+++ Reihen +++

So könnten die Eislöwen in Ravensburg auflaufen

Tor:
Eisenhut (Stefaniszin)

Abwehrreihen:
Zauner, Heywood
Schmidt, Kramer
Uplegger, Hanusch
Heyter

Sturmreihen:
Billich, Knackstedt, Reed
Huard, Höller, Davidek
Postel, Pielmeier, Palka
Walther, Rupprich, Knobloch

Keine Kommentare: