Montag, 1. Oktober 2018

September Blue(s)!

Ein Rückblick auf den ersten Monat der Saison 18/19...

Totaler Fehlstart, Probleme in der defensiven Struktur, dazu starke Gegner und auch einiges an Pech.

Doch am letzten Wochenende war nicht nur dank des Sieges gegen Meister Bietigheim eine klare Entwicklung nach vorn zu verzeichnen.

Tor:
Marco Eisenhut ist anders als letzte Saison eher bescheiden in die Saison gestartet, hat sich auch von seinen Vorderleuten anstecken lassen, nach anfänglichen Patzern aber nun in die Spur gefunden und war die letzten Spiele ein sicherer und verlässlicher Rückhalt.

Abwehr:
Das beste Duo bilden Steve Hanusch und Nachwuchsspieler Arne Uplegger. Sehr solide, ordentlicher Spielaufbau, wenig Gegentore. Bei Jordan Heywood und Sebastian Zauner fehlt es zuweilen noch an der richtigen Dosierung zwischen Offensive und Defensive. Heywood hat in 6 Spielen offensiv mehr Akzente gesetzt, als Boutin in der gesamten letzten Saison, muss aber defensiv zulegen, auch Sebastian Zauner wirkt ungewohnt fahrig. Seine Plus/Minus-Bilanz von -12 ist daher nicht überraschend und muss schleunigst besser werden. In der Minusstatistik belegen die Eislöwen mit Zauner, Heywood und Schmidt die Plätze 1, 3 und 4 in der Liga. Das darf kein Dauerzustand bleiben. Schmidt war deshalb zuletzt außen vor, auch weil man mit Georgijs Pujacs einen Stabilisator dazu geholt hat, der sicherlich seinen Anteil daran hat, dass das Team insgesamt besser verteidigt. Das er eine Reihe mit dem Kapitän bildet, dürfte auch nicht von ungefähr kommen, denn René Kramer ist, egal wie man persönlich zu ihm stehen mag, seit Dezember 2017 nicht mehr der selbe. Lähmt das Kapitänsamt? Wir wissen es nicht, aber von einem gestandenen EX-DEL-Spieler darf man mehr Souveränität erwarten. Pujacs scheint aber dabei helfen zu können, dass auch da Besserung eintritt. Der 37-jährige wusste sofort zu überzeugen und strahlt die dringend benötigte Ruhe aus. Er allein kann es dennoch nicht richten und so konnte man gegen Bietigheim und Weißwasser ein Upgrade aller Spieler erkennen.

Sturm:
Die Offensive ist schnell, technisch versiert, erspielt sich viele Möglichkeiten, hat aber weiterhin Effizienzprobleme. Potenzielle Scorer wie Alexander Höller, Christian Billich und Martin Davidek findet bislang auf dem Scoreboard wenig bis gar nicht statt. Thomas Pielmeier hat allein so viel gepunktet, wie diese drei zusammen. Der beste Bart der Liga, hat aus dem Tief der letzten Saison herausgefunden, ist produktiv. Leider ist aber sein Bullyspiel noch weit unter dem, was er kann. Stark ist und bleibt Steven Rupprich. Egal in welcher Reihe, egal mit welchen Teamkollegen, Rupprich macht seinen Job und das sehr gut, auch wenn ihm zuletzt im Abschluss das Glück mit dem Metall fehlte. Derzeit ist man noch zu abhängig von Reihe 1, die offensiv bei Jordan Heywood beginnt und mit Reed, Huard und Knackstedt eines der spektakulärsten Trios der Liga bietet. Knackstedt ist Dreh- und Angelpunkt, aber wandelt ständig zwischen Genie und Wahnsinn. Erst tanzt er eine ganze Formation aus und geht durch den Gegner wie das heiße Messer durch die Butter, um dann in der nächsten Szene mit einer leichtsinnigen Aktion einen Turnover undim schlimmsten Fall ein Gegentor zu produzieren. Wir haben den möglichen Topscorer der Liga in den eigenen Reihen, der aber noch etwas Erziehung benötigt, die jedoch nicht auf Kosten seiner Kreativität gehen darf. Nick Huard hat einen Schritt nach vorne gemacht und ist ein ständiger Aktivposten, ist zudem auch in der Rückwärtsbewegung solider geworden. Harrison Reed ist wie erwartet ein verlässlicher Scorer und der passende Nebenmann für Knackstedt, aber auch im Powerplay eine zentrale Figur. Positiv zu erwähnen ist auch Rollenspieler Dennis Palka, der ein unglaubliches Pensum abspult, viele Räume schließt, Forecheck, Backcheck, aber meist dann im Abschluss nicht mehr frisch genug wirkt.

Über-/Unterzahl:
Das Powerplay hat, mal abgesehen vom wenig effizienten Auftakt-Wochenende, einen guten Flow. Man kommt überwiegend schnell ins Drittel, spielt geduldig und schafft es auch dank der individuellen Klasse der einzelnen Akteure, den Gegner aus der Ordnung zu bringen und klare Einschuss-Möglichkeiten zu generieren. Das Überzahlspiel ist im Vergleich zum Vorjahr eher eine Waffe als ein Problem.

Etwas anders verhält es sich bislang in Unterzahl. Das Penalty-Killing ist noch nicht auf dem Niveau, dass man in Dresden über Jahre gewohnt war, ist aber insgesamt auf das Strukturproblem im Defensivverhalten zurückzuführen. Zuletzt hat man da im Derby aber auch klare Fortschritte erzielt.

Was muss passieren?
Vor allem die erfahrenen Verteidiger müssen allesamt noch (form-)stabiler werden, das Team noch mehr Struktur ins Spiel ohne Scheibe bekommen, zudem muss Marco Eisenhut dauerhaft das Niveau des letzten Wochenendes abrufen. Offensiv benötigt Knackstedt eine bessere Balance zwischen Risiko und Vernunft und die zweite Scoring-Line muss stärker in Erscheinung treten. Drei Stürmer, die in der letzten Saison insgesamt ca. 70 Tore erzielt und um die 150 Scorerpunkte fabriziert haben, sollten mehr als 3 Punkte in 6 Spielen erzielen, wenngleich alle drei sicherlich noch nach der Form suchen und auf Rhythmusfindung hoffen.

Team-Statistik September:

Spiele: 6
Tore: 16 (11.)
Tore pro Spiel: 2,67
Gegentore: 30 (13.)
Gegentore pro Spiel: 5,0
Punkte: 3
Tabellenplatz: 12
Schüsse: 201:184
Schusseffizienz: 12,6 Schüsse/Tor (11.)
Strafminuten: 105 (2.)
Powerplays: 37
Powerplaytore: 9
Powerplay-Quote: 24,3 % (4.)
Unterzahl: 32
Gegentore in Unterzahl: 10
Unterzahl-Quote: 68,8% (14.)
Heimsiege: 1/3
Auswärtssiege: 0/3
Zuschauer gesamt: 5.515
Zuschauerschnitt: 1.838

Feldspieler-Statistik September:

Topscorer: Knackstedt (12), Reed (9), Heywood (6)
Top-Torjäger: Knackstedt (4), Reed, Huard, Pielmeier (je 3)
Top-Vorbereiter: Knackstedt (8), Reed (6), Heywood (4)
Top-Offensivverteidiger: Heywood (6), Kramer und Schmidt (je 2)
Bestwert Plus/Minus: Hanusch und Pujacs (je +2), Uplegger (+1)
Tiefstwert Plus/Minus: Zauner (-12), Heywood und Schmidt (je -7)
Strafenkönig: Knackstedt (47), Kramer (14), Zauner (10)
Schießwütig: Huard (23), Knackstedt und Reed (21)
Powerplay-Treffer: Pielmeier (3), Reed und Huard (je 2)
Bullykönig: Knackstedt (55%), Holler (52%), Pielmeier (42%)
Game-Winner: Pielmeier (1)

Goalie-Statistik September:

Minuten: Eisenhut (300), Stefaniszin (59)
Gegentore: Eisenhut (23), Stefaniszin (6)
Gegentor-Quote: Eisenhut (4,6), Stefaniszin (6,1)
Saves: Eisenhut (115), Stefaniszin (40)
Fangquote: Stefaniszin (87%), Eisenhut (83,3%)
Siege: Eisenhut (1)

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