Sonntag, 7. Oktober 2018

Sie ist zurück...

Panikauftritt bringt die rote Laterne zurück!

Einige haben es herbeigeredet, andere vielleicht gar gehofft. Der Krisengipfel in Bayreuth ging verloren und die Gründe dafür sind denkbar einfach.

Die Krise ist im Kopf angekommen. Jeder Spieler ist am Grübeln, alle mit sich beschäftigt. Wir brauchen keinen Trainer, eher schon einen Psychologen. Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch. Selbst ein starker Eisenhut ließ sich zeitweise anstecken und den haltbaren Game Winner durchtrudeln. Auch die abermaligen Reihenumstellungen haben eher für weitere Verunsicherung gesorgt.

Die Situation macht natürlich keinem/keinen Spaß. Auch uns nicht, was wohl einige verkennen. Jeder kennt die Mechanismen, aber gutheißen werden wir sie nicht und hoffen daher auf eine erfolgreiche Zerreißprobe in der anstehenden Woche.

Wenn ein Steven Rupprich kaum noch schläft und sich den Kopf zerbricht, ein Marco Eisenhut ratlos erscheint, ein Kapitän den Aberglauben bemüht, seinen Bart abrasiert und der Trainer sich gefühlt quasi selbst kritisiert und auf die logischen Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts verweist, sollten wir uns alle mal fragen, ob wir noch peilen, dass es hier um Menschen geht und wie wir mit ihnen und der Situation umgehen.

Ein neuer Trainer ändert nichts am Naturell des Nörglers, ein neuer Spieler nichts am Drang der Wütenden, Leute öffentlich zu diskreditieren und ein neuer Manager nichts daran, wie stark man sich mit seinen Farben identifiziert. Wenn das eigene Umfeld ekliger als der schlimmste Rivale erscheint, läuft etwas ganz falsch.

Egal was jetzt kommen mag oder auch nicht. Was wir brauchen, ist ein anderes bzw. überhaupt ein Miteinander, statt dieser ausufernden Spielwiese für den privaten Groll der Leute, den sie dann auf ihre angebliche Passion ummünzen und sich dabei auch noch im Recht sehen.

Ja, wir haben auch vor Jahren Thomas Popiesch kritisiert, aber da waren sieben Jahre und ein langer Prozess vorausgegangen und auch da waren wir nie aggressiv und unter der Gürtellinie. Zudem haben wir nie behauptet, alles richtig zu machen, haben aber gelernt. Dies würden wir uns aber auch von der Mehrheit der Fangemeinde wünschen. Doch wir sind ja gar keine Gemeinde, also an wen soll man den Wunsch richten?

Ihr könnt jetzt wieder eure Pauschalkeulen schwingen. Wir werden auf Kommentare dieses Mal nicht reagieren. Diese Plattform nutzen mittlerweile Leute gezielt, um hauptsächlich ihren Unmut loszuwerden, wohlwissend, dass viele mitlesen und sie eine Reaktion bzw. Aufmerksamkeit erhalten. Aber wir haben es langsam satt, mit Windmühlen zu kämpfen und dafür wertvolle Freizeit zu opfern.

Wir könnten alle mit mehrheitlich über 30 Lenzen gediegen auf der Sitzschale lümmeln und sagen: Ihr seid dran. Nächste Generation bitte. Wir hatten unsere wilde Zeit ohne viel Verantwortung im Leben mit 50+x Spielbesuchen pro Saison und 16.000 Reisekilometern, als man schon vier Stunden vor Spielbeginn an der Halle war und die Heimspiele zelebriert hat. Aber wir versuchen immer noch, wenn auch überwiegend in heimischen Gefilden, alles in die Waagschale zu werfen, was jeder von uns zu geben im Stande ist. Die Fankultur zu vermitteln, die uns überhaupt erst mit Eishockey infiziert hat. Derzeit jedoch werden die Gedanken immer stärker, es komplett zu lassen, die Plattform einzustampfen und den Lauf der Dinge nur noch still zu beobachten, statt mitzugestalten, bei dem sich nach Derbys immer mehr die Fußballkultur durchsetzt, Schwarzkutten, Polizei und Krankenwagen in den Mittelpunkt rücken, alle nur noch konsumieren und profilieren. Werte mit Füßen getreten werden und sich dabei selbst die Absolution dafür erteilt wird. Identifikation und Leidenschaft nur noch leere Worthülsen sind, die spätestens nach dem dritten Pitcher Gerstensaft sowieso aus dem Kopf verschwunden sind und irgendwann ein jeder meint, mit seiner Eintrittskarte einen Darfschein erwirkt zu haben, Alles und Jeden mit der Haltung des eigenen Daumen zu steuern, wie leibeigene Gladiatoren. Man sollte sich gut überlegen, was man will, wohin man will und wie man da hinkommen will. Der aktuell beschrittene Weg ist nicht mehr der unsere und raubt Energie, statt selbige freizusetzen.

Übt Kritik, aber unter Regeln einer Gemeinschaft und seid damit überhaupt erst eine solche oder lasst es. Es macht seit einigen Jahren nicht mehr sonderlich viel Spaß, seine Leidenschaft zu leben, weil sie kaum noch einer teilt und dabei ist der sportliche Aspekt zuweilen nur noch eine beinah völlig belanglose Randnotiz.

Gute Nacht.

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